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29.01.2010

  Länderkategorie von Serbien verbessert 

Der OECD-Einstufung Rechnung tragend gelten für Serbien, Estland, Lettland und Litauen ab sofort neue Risikoeinstufungen.

Serbien 

Positive Zusammenarbeit mit dem IWF

Die positive Zusammenarbeit mit dem IWF hat das Land auf Stabilisierungskurs gebracht. 2009 ist es gelungen, mit Hilfe des IWF-Programmes die Außenbilanzen und die Währung zu stabilisieren. Auch der Bankensektor hat sich im Zuge der internationalen Finanzkrise durchaus stabil präsentiert.

EU-Integrationsprozess wird fortgesetzt

Politisch setzt Serbien den pro-europäischen Integrationskurs erfolgreich um. Ein kürzlich abgeschlossenes Interimshandelsabkommen mit der EU sowie die Antragstellung auf die EU-Mitgliedschaft untermauern den wirtschaftlichen Annäherungskurs in Richtung Europa. Die politische Annäherung wird durch die Visafreiheit für serbische Bürger im Schengen-Raum seit Jänner 2010 bekräftigt. Auch in der Kosovo-Frage ist seit kurzem ein pragmatischer Ansatz erkennbar.

Estland

Wirtschaft von Krise stark betroffen

Estland wird von der internationalen Wirtschaftskrise besonders getroffen. Die Wirtschaft Estlands ist im Gesamtjahr um ca. 14 % zurück gegangen, vor allem die Industrieproduktion ist um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr gesunken. Zudem leidet das Land unter einem steigenden Budgetdefizit und einer erhöhten öffentlichen Verschuldung. Das Ausfallsrisiko im Bankensektor bleibt weiter bestehen. Eine positive Entwicklung Estlands ist zudem -  durch die enge Vernetzung zwischen den Balten-Ländern – vorrangig auch von deren Entwicklung  sowie von der Konjunktur im EU-Raum abhängig.

Krisenbekämpfung vorrangiges Ziel

Vorrangige Ziele der Wirtschaftspolitik der Minderheitsregierung sind neben der Krisenbekämpfung die Reduzierung des Budgetdefizites, um die Kriterien für die Euro-Einführung frühestens 2011 erfüllen zu können. Dazu sind massive Sparprogramme notwendig. Problematisch bleibt auch die Überbewertung der estnischen Krone, die die Wettbewerbsfähigkeit des Exportsektors massiv hemmt.

Lettland

Weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage

Lettland hat seit der Finanzkrise 2008 mit einer schweren Rezession zu kämpfen – das Wachstum ging im Gesamtjahr 2009 um fast 17% zurück. Nur mit starker Unterstützung des IWF, der EU und Weltbank konnte das Land vor dem Staatsbankrott gerettet werden. Die Arbeitslosigkeit ist weiter ansteigend und die fragile 5-Parteien-Regierung muss versuchen mit drastischen Ausgabenkürzungen und Sparplänen gegen die Krise anzukämpfen, wodurch in nächster Zeit nur ein moderates Wachstum zu erwarten ist.

Währungsrisiko

Das Währungsrisiko bleibt wegen der möglichen Abwertung der überbewerteten Währung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Exportsektors zu steigern, hoch. Ein Ende der Bindung an den Euro würde eine horrende Belastung für die Letten darstellen und Kreditausfälle in die Höhe treiben, da 90% der Haushalte in Euro oder Franken verschuldet sind. Mit der Euro-Einführung  wird frühestens 2014 gerechnet.

Litauen

Wirtschaft schlittert in eine tiefe Rezession

Auch Litauens Wirtschaft schrumpfte im Gesamtjahr 2009 um ca. 15%. Die Arbeitslosigkeit ist in Folge stark gestiegen. Als Reaktion auf den Einbruch wurden seitens der Regierung massive Sparprogramme auferlegt. Bisher musste keine IWF-Hilfe in Anspruch genommen werden.

Negative interne und externe Bilanzen

Zwischenzeitlich hat sich die Rezession  auch spürbar negativ auf die Leistungsbilanz und den internen Staatshaushalt ausgewirkt. Für das Gesamtjahr 2009 und auch 2010 muss weiterhin mit Defiziten gerechnet werden, insbesondere das hohe Budgetdefizit verzögert den ursprünglich für 2007 geplanten Euro-Beitritt bis mindestens 2013.


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