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01.02.2017

  OECD-Länderkategorie für 3 Länder geändert 

Im OECD-Meeting vom 25. bis 26. Jänner 2017 in Paris wurde die Länderkategorie von Bulgarien und Serbien verbessert, jene von Tunesien verschlechtert.

 

Bulgarien

Bulgarien wird aufgrund der makroökonomischen Stabilisierung von der OECD-Kategorie 4 in Kategorie 3 verbessert. 

Verbesserte Wirtschafsdaten - Banken relativ gut

Bulgarien befindet sich seit 2014 auf einem robusten Wachstumspfad, der sich insbesondere auf den Privatkonsum und öffentliche Investitionen stützt. Auch für 2017 ist mit einem Wirtschaftswachstum von 3 % zu rechnen. Weiters ist es gelungen, die Budgetkonsolidierung schneller als erwartet voranzutreiben und die Auslandsverschuldung eindrucksvoll zu reduzieren. Nach 2016 wird auch 2017 mit einem Leistungsbilanzüberschuss gerechnet sowie mit einer Importdeckung von knapp 8 Monaten. Der IWF begrüßt in seinen Artikel IV Konsultationen vom November 2016 die Verbesserung der Bankenaufsicht und bewertet den Bankensektor, abgesehen von wenigen Problemfällen, als relativ gut kapitalisiert. Es bleibt abzuwarten, ob die makroökonomische Stabilisierung und Reformanstrengungen unter den häufig wechselnden Regierungskoalitionen fortgesetzt werden können. 

Serbien

Serbien wird aufgrund der makroökonomischen Stabilisierungs- und Reformmaßnahmen von der OECD-Kategorie 6 in Kategorie 5 verbessert. Die Deckungsquote für politische Risiken beträgt ab sofort 100 %.

Erfolge bei Wirtschaftsreformen - Beziehung zu Kosovo bleibt problematisch

Die allgemeinen Wahlen im April 2016 erneuern das Mandat der regierenden Fortschritts Partei Serbiens unter Premierminister Alexander Vucic. Serbien überzeugt unter seiner Führung mit einem klaren Bekenntnis zur Stabilisierung der Wirtschaft und teils unpopulären Reformmaßnahmen. 2017 wird mit einem Wirtschaftswachstum von 3 % gerechnet. Der IWF attestiert dem Land im Rahmen des Stand by Kredites signifikante Erfolge bei der Budgetkonsolidierung. 2017 wird infolge von Steuererhöhungen, einer Pensionsreform und einem Privatisierungsprogramm mit einem Defizit unter 2 % des BIP gerechnet. Die Auslandsverschuldung konnte in den letzten Jahren schrittweise gesenkt werden, die Handels- und Leistungsbilanzdefizite zeigen ebenfalls eine stark sinkende Tendenz. Im Bankensektor ist es gelungen, die Zahl der notleidenden Kredite deutlich zu reduzieren. Politisch wiegen die jüngst wieder aufgeflammten Auseinandersetzungen mit dem Kosovo schwer, der Aussöhnungsprozess wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen. 

Tunesien

Tunesien wird aufgrund der instabilen Sicherheitslage und den damit verbundenen deutlichen Einbußen im Tourismussektor von der OECD-Kategorie 4 in Kategorie 5 abgestuft.

Demokratie gefestigt - Wirtschaft und Tourismus noch schwach

Das Land hat seit dem Sturz des Ben Ali-Regimes Anfang 2011 noch kein neues zukunftsträchtiges Wirtschaftsmodell gefunden. Der Übergang zu einer gefestigten Demokratie  - inklusive einer neuen progressiven Verfassung - konnte hingegen erfolgreich bewältigt werden. Offen bleibt jedoch, ob die geplanten und zum Teil bereits umgesetzten Reformmaßnahmen das Land aus der Krise führen können. Vor allem die beiden Terroranschläge 2015 haben zu einem dramatischen Rückgang der Tourismuseinnahmen (ca. 50 % weniger Urlauber aus der EU) geführt. Zusammen mit den weiterhin sehr niedrigen Preisen für Phosphate sorgte dies in den vergangenen Monaten für einen deutlichen Rückgang bei den Deviseneinnahmen. Positiv ist hingegen die Tatsache, dass internationale Geber wie der IWF oder die Weltbank angekündigt haben, Tunesien auch weiterhin unterstützen zu wollen. Größter wirtschaftspolitischer Bedarf besteht in der Reduktion der hohen Arbeitslosigkeit, der Stabilisierung der sozialen Verhältnisse und bei der Wiederherstellung des internationalen Investorenvertrauens.


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