Österreich und Kasachstan sollen künftig wirtschaftlich noch mehr voneinander profitieren. Das unterstreicht ein Kooperationsabkommen, das die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) als nationale österreichische Exportkreditagentur und die Development Bank of Kazakhstan (DBK) am 18. Jänner 2011 geschlossen haben.
Das fünf Flugstunden von Wien entfernte Land wird von Beobachtern für seine konsequente Wirtschaftsentwicklung geschätzt. Das betont auch Ferdinand Schipfer, Leiter der Abteilung Exportgarantien - Projektgeschäft in der OeKB: „Kasachstan hat auch in der Wirtschaftskrise vergleichsweise gute Wirtschaftsdaten gehabt und weist das höchste Entwicklungsniveau in Zentralasien auf“. Das rohstoffreiche Land investiere einen Gutteil seiner Einnahmen in die Modernisierung des Landes.
„Große Chancen für österreichische Unternehmen“
Michael Müller, österreichischer Wirtschaftsdelegierter im Mitte 2010 eröffneten AußenwirtschaftsCenter in der kasachischen Wirtschaftsmetropole Almaty, präzisiert: „Die österreichischen Ausfuhren nach Kasachstan haben sich zwischen 2000 und 2008 verzehnfacht. Mit einem Exportvolumen von knapp 200 Millionen Euro (Stand 2010) ist Kasachstan nach Russland und der Ukraine heute der drittwichtigste GUS-Markt für unsere Exporteure.“ Die Kasachen, deren Lebensstandard steige und die besonders qualitätsbewusst seien, würden, so Müller, nicht nur Konsumgüter aus der Alpenrepublik schätzen: „Große Chancen für österreichische Unternehmen ergeben sich auch im Anlagenbau, für Infrastrukturausstatter und bei Tourismus- und Sportstättenprojekten.“
Solche Chancen haben österreichische Firmen übrigens für die am 30. Jänner 2011 startenden Asiatischen Winterspiele bereits genutzt: Die Vorarlberger Firma Doppelmayr hat eine neue Gondelbahn - die drittlängste weltweit - zum Shymbulak Skigebiet fertiggestellt. Die Firma Duktus Tiroler Rohrsysteme hat Hochdruckgussrohre für Beschneiungsanlagen des Langlauf- und Biathlonstadions in Almaty geliefert.
Das dichte Kooperationsnetzwerk der OeKB, das die grenzüberschreitenden Aktivitäten heimischer Exporteure unterstützt, wurde mit dem neuen Kooperationsabkommen um einen wichtigen Partner in einem Hoffnungsmarkt der österreichischen Exportwirtschaft erweitert.