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Angesichts der aktuellen COVID-19-Pandemie und der herausfordernden Situation für heimische Unternehmen stellt die OeKB im Auftrag des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) österreichischen Exporteuren einen Kreditrahmen in Höhe von 3 Milliarden Euro zur Verfügung. Anträge hierfür erfolgen über die jeweilige Hausbank des Exporteurs. Im Folgenden beantworten wir Ihnen die wichtigsten Fragen rund um die „COVID-19-Hilfe“ der OeKB („Sonder-KRR“).

Stand: 19.4.2020, ergänzt/geändert: März/Mai 2020

Fragen und Antworten

Die „COVID-19-Hilfe“ ist ein Programm zur Unterstützung der Exportwirtschaft, das vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) gemeinsam mit der OeKB entwickelt wurde. Zusätzliche Kreditmittel in der Höhe von 3 Milliarden Euro sollen zur Minderung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19 beitragen. Die primären Ziele sind die Liquidität der Exportunternehmen sicherzustellen und Arbeitsplätze zu sichern.

Das neue Produkt ist ein Rahmenkredit auf Basis einer Wechselbürgschaft. Wenn Sie eine bestehende Rahmenfinanzierung bei der OeKB (KRR- oder Exportfonds-Kredit) laufen haben, können Sie diesen Rahmenkredit zusätzlich dazu beantragen. Der Bund kann Ihr Insolvenzrisiko - abhängig von Ihrer Bonität zwischen 50 und 70 Prozent des Kreditrahmens - übernehmen. Die Bedingungen der Haftungsübernahme werden im Einzelfall festgelegt.

Zielgruppe sind heimische Exporteure (Großunternehmen und KMU), deren Lieferungen und Leistungen nicht unter das Sicherheitskontrollgesetz und/oder die Kriegsmaterialverordnung fallen und in der Regel eine österreichische Wertschöpfung von mind. 25 % aufweisen.

Die Unterstützungsmöglichkeit ist unabhängig davon, ob Sie bereits Kunde bei der OeKB sind und ob ein etwaiger bestehender Kreditrahmen bereits ausgeschöpft ist.

Voraussetzung ist, dass Sie ein exportierendes Unternehmen sind und vor Ausbruch der Krise wirtschaftlich gesund waren. Als Nachweis dafür dient die Bilanz zum letzten Bilanzstichtag. Diese darf auch eine vorläufige sein.

Als Exportunternehmen reichen Sie Ihren Antrag über Ihre Hausbank ein. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit Ihrem/r Bankberater/in auf. Ihre Bank kann das gewohnte KRR-Formular verwenden und muss lediglich einen Zusatz, dass es sich um einen Antrag nach dem Sonderprogramm "COVID-19-Hilfe" handelt, ergänzen – entweder im Formular selbst oder im Begleitschreiben.

Das Antragsformular ist vollständig auszufüllen.

Die Höhe des Kredites ist mit 10 Prozent (Großunternehmen) bzw. 15 Prozent (KMU) Ihres letztjährigen Exportumsatzes begrenzt. Für den Einzelkredit gilt eine maximale absolute Obergrenze von 60 Mio. Euro pro Firmengruppe. Es gibt keine Untergrenze.

Die revolvierenden Kredite sollen in erster Linie der Standortsicherung und Fortführung des Betriebs der Exporteure in dieser herausfordernden Zeit dienen. Die Finanzierungen sind vorerst auf zwei Jahre befristet.

Nein. Der rechtliche Rahmen für eine Verlängerung nach zwei Jahren ist aber gegeben. Die Entscheidung, ob die Verlängerung in Anspruch genommen wird, hängt sowohl von der individuellen als auch von der gesamten Situation in zwei Jahren ab.

Nein, wenn Sie den Sonder-KRR vorzeitig rückführen, fallen keine Breakage Costs an.

Das Wechselbürgschaftsentgelt beträgt 0,3 % p.a. des ausgenützten Betrags, soweit die Hausbank das Insolvenzrisiko trägt, sowie 0,6 % p.a. für den Teil, für den der Bund das Risiko trägt. Die Finanzierung erfolgt über den KRR (Kontrollbank-Refinanzierungsrahmen) mit dem aktuellen Zinssatz. Der aktuelle Zinssatz ist derzeit 0,5 %.

Das Bearbeitungsentgelt ist einmalig zu entrichten und liegt bei 0,1 % des beantragten Kreditvolumens, mind. 10 Euro und max. 720 Euro.

In der Regel ist jetzt ein Sonder-KRR über Ihre Hausbank zu beantragen.

Ein bestehender KRR kann noch beantragt oder aufgestockt werden, wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung oder Erhöhung ein ausreichender Finanzierungsbedarf an Exportaufträgen und -forderungen gegeben ist, genügend Drittforderungen zur Besicherung vorliegen und diese auch in Zukunft noch vorhanden sind.

Ja, der Sonder-KRR kann zur Bezahlung fälliger Kreditraten verwendet werden, zur vorzeitigen Tilgung von Krediten allerdings nicht.

Nein, ein konkreter Finanzierungsbedarf in Form vorliegender Exportforderungen oder -aufträge muss nicht nachgewiesen werden.

Die Bedingungen der Haftungsübernahme sind im Einzelfall festzulegen.

Nein. Für Tourismusbetriebe steht ein eigenes Maßnahmenpaket zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich dazu an die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT).

Wir sind bemüht alle Anträge so rasch wie möglich zu bearbeiten. Wenn alle Unterlagen vorhanden sind, wird die Bearbeitung - je nach Anzahl der vorliegenden Anträge und Höhe des Kredites - im Regelfall zwischen ein und zwei Wochen dauern.

Ergänzt am 24.3., geändert Mitte Mai 2020

Ja, der eingeräumte Rahmenkredit muss ausgenützt werden. Wir behalten uns eine quartalsweise Anpassung des Kreditrahmens an die Ausnützung vor, wobei diese erstmals 90 Tage* nach Deckungsbeginn vorgenommen werden kann.

Bitte beachten Sie, dass der für die COVID-19-Hilfe zur Verfügung gestellte Kreditrahmen mit 3 Mrd. Euro beschränkt ist und ein nicht ausgenützter Rahmen anderen Unternehmen die Möglichkeit auf Unterstützung nimmt.

*Aufgrund der großen Nachfrage und um allen Unternehmen, die diese Unterstützung brauchen, bestmöglich helfen zu können, erfolgte Mitte Mai eine Anpassung von Quartalsende auf 90 Tage nach Deckungsbeginn.

Ja. Wir behalten uns eine quartalsweise Anpassung des Kreditrahmens an die Ausnützung vor. Wird der Kredit nicht oder nur teilweise ausgenützt, können wir ihn quartalsweise kündigen oder anpassen, wobei dies erstmals 90 Tage* nach Deckungsbeginn vorgenommen werden kann.

Bitte beachten Sie, dass der für die COVID-19-Hilfe zur Verfügung gestellte Kreditrahmen mit 3 Mrd. Euro beschränkt ist und ein nicht ausgenützter Rahmen anderen Unternehmen die Möglichkeit auf Unterstützung nimmt.

*Aufgrund der großen Nachfrage und um allen Unternehmen, die diese Unterstützung brauchen, bestmöglich helfen zu können, erfolgte Mitte Mai eine Anpassung von Quartalsende auf 90 Tage nach Deckungsbeginn.

So kommen Sie am schnellsten zur OeKB COVID-19-Hilfe

  1. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Bank auf.
  2. Bereiten Sie folgende Dokumente vor:

    a. letztjährige Bilanz - auch vorläufige Ziffern

    b. Geschäftszahlen des laufenden Geschäftsjahres

    c. Bankkreditaufstellung* - für alle Neukunden verpflichtend,
    für bestehende Kunden nur, wenn die letzte gelieferte Aufstellung älter als vom 31.12.2019 ist.

    d. Kurze Beschreibung Ihres Unternehmens und Ihrer Situation:
    Warum erwarten Sie einen Engpass? Welche Auswirkungen treffen Sie? Wie viele Personen beschäftigt Ihr Unternehmen in Österreich aktuell? Hat Ihr Unternehmen Kurzarbeit beantragt oder planen Sie diese in absehbarer Zukunft zu beantragen? Bitte führen Sie Ihre Vorhaben bezüglich Kurzarbeit näher aus. Haben Sie 2020 Gewinne ausgeschüttet bzw. planen Sie dies zu tun?
  3. Ihre Bank füllt das gewohnte KRR-Formular** aus und ergänzt es mit dem Zusatz „COVID-19-Hilfe“ - entweder im Formular oder im Begleitschreiben und sendet es an uns.
  4. Wir prüfen die Unterlagen und legen sie dem Beirat vor.
  5. Nach positiver Begutachtung durch den Beirat erhält Ihre Hausbank die Zusage und kann sich die günstigen Finanzierungsmittel der OeKB sichern.
  6. Sie erhalten von der Bank einen Wechsel für die beantragte Finanzierungsdauer, den Sie mit Ihrer Unterschrift akzeptieren. Dieser wird vom BMF verbürgt. Danach können Sie Ihren Kredit in Anspruch nehmen.

* Hier gelangen Sie zum Formular Bankkreditaufstellung.

** Hier gelangen Sie zum KRR-Formular.

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Kontaktieren Sie Ihre Bankberaterin/Ihren Bankberater oder unser Team von der Kundenberatung Export Services.

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T +43 1 53127-2600
exportservices@oekb.at