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05.02.2014

Laut OeKB Geschäftsklima-Index hellt sich das Geschäftsklima in der Region weiter auf, vor allem die Geschäftsperspektiven werden positiver gesehen.

Der Geschäftsklima-Index MOE zeigt im Jänner 2014 einen neuerlichen Anstieg um 1,2 Punkte auf 85,3 und setzt damit den Mitte 2013 eingesetzten moderaten Aufwärtstrend fort. Getrieben wird diese Entwicklung von besseren Geschäftsperspektiven für die MOE-Betriebe für die erste Jahreshälfte 2014: Der Index der Geschäftserwartungen steigt um 2 Punkte auf 87,2. Die aktuelle Geschäftssituation der Tochterunternehmen bewerten die Direktinvestoren im Vergleich zur Oktober-Erhebung unverändert positiv: Der Index der Aktuellen Geschäftslage verharrt bei 83,2.

Diese Ergebnisse des Geschäftsklima-Index MOE, die von den Research Services der Oesterreichischen Kontrollbank quartalsweise erhoben und zu einer Reihe von aussagekräftigen Frühindikatoren verdichtet werden, basieren auf Befragungen von rund 400 Headquarters. Diese steuern von Österreich aus circa 1.900 Beteiligungen in Mittel-, Südost- und Osteuropa.

Polen und Russland führen das Geschäftsklima-Ranking an

Das beste Geschäftsklima herrscht zu Jahresbeginn in Polen, gefolgt von Russland, Tschechien, der Slowakei und Rumänien. Eine deutliche Stimmungsaufhellung im Vergleich zum Herbst gibt es zudem für Serbien und Slowenien. In diesen beiden Ländern haben sich insbesondere die Geschäftsaussichten für das kommende Halbjahr maßgeblich verbessert. Die Einschätzungen der Direktinvestoren für Ungarn sind im Jänner – und damit zum dritten Mal in Folge – etwas optimistischer, dennoch bleibt die Situation für die Unternehmen vor Ort schwierig.
Vor allem die Finanzdienstleister melden für 39 % der Beteiligungen schlecht gehende Geschäfte. Dementsprechend sollen hier 14 % der bestehenden Standorte verkleinert werden. Pessimistisch sind die Direktinvestoren für die Ukraine. Sämtliche Indizes, die die künftige Entwicklung der Konjunktur sowie der Geschäftsperformance der Unternehmen vor Ort anzeigen, bewegen sich deutlich nach unten.

Die Ukraine steckt politisch und wirtschaftlich in der Krise

Die Direktinvestoren geben im Jänner der Ukraine als Wirtschaftsstandort schlechte Noten. Knapp 30 % der Meldungen gehen für 2014 von einer konjunkturellen Abwärtsentwicklung aus. Die aktuelle Geschäftssituation ist in einem Drittel der Niederlassungen alles andere als rosig, auch die Geschäftsperspektiven haben sich im Vergleich zum Herbst deutlich verschlechtert. Dementsprechend bricht der Geschäftsklima-Index um 8,8 Punkte ein und liegt mit einem Wert von 75,1 am untersten Ende der Länderskala. Einzelne Sektoren passen derzeit auch ihre Investitionsstrategien an die schlechten Rahmenbedingungen an: So baut etwa die Finanzdienstleistungsindustrie etwas mehr als ein Fünftel ihrer Beteiligungen ab, nur 7 % der Betriebe vor Ort sollen vergrößert werden. Die Industrie oder das Bauwesen tätigen hingegen durchaus Erweiterungsinvestitionen und signalisieren damit ein Festhalten an ihrem Engagement in der Ukraine.

Versicherungen bauen ihre Präsenz weiter aus

Die Versicherungen zeigen sich zu Jahresbeginn am zufriedensten mit ihrer Geschäftsperformance in Mittelosteuropa: In 43 % der Niederlassungen laufen die Geschäfte gut, in 38 % soll die Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr weiter an Fahrt gewinnen. Auch die Beurteilungen des Handels, des Verkehrssektors und der Sachgütererzeugung sind sehr positiv. Die Banken bewerten sowohl ihre aktuelle Geschäftssituation als auch ihre Geschäftsaussichten optimistischer als noch im Herbst, auch wenn sie im Geschäftsklima-Ranking weit hinter den Versicherungen liegen. Dies schlägt sich auch in unterschiedlichen Investitionsstrategien der beiden Branchen nieder: Während die Versicherungswirtschaft ihre MOE-Präsenz weiter verstärkt und für 25 % der Beteiligungen einen Ausbau plant, zeigen sich die Banken sehr zurückhaltend: So stehen 6 % der Bankentöchter 2014 vor einer Vergrößerung, allerdings soll bei 12 % ein Abbau erfolgen. 

Pessimistischer Immobiliensektor

Keine andere Branche korrigiert die Beurteilung ihres MOE-Geschäfts derart drastisch nach unten wie der Immobiliensektor. Der Geschäftsklima-Index sinkt um 4,1 Punkte auf einen Wert von 75,8. Allerdings ist die Entwicklung in den einzelnen MOE-Ländern sehr unterschiedlich: In Ländern, die insgesamt über ein sehr gutes Geschäftsklima verfügen, wie in Polen, Russland und Tschechien, ist auch die Performance der Immobilienwirtschaft zufriedenstellend. In Ländern, in denen die Gesamtsituation derzeit schwierig ist, wie beispielsweise in Ungarn oder der Ukraine, leidet insbesondere auch der Immobiliensektor unter den hinderlichen Rahmenbedingungen.

Osteuropa-Engagement wird 2014 insgesamt wieder zunehmen

Die rund 400 befragten Headquarter rechnen für das neue Jahr wieder mit einem leichten Anziehen der Exportdynamik in die Region MOE. Der Exportindex steigt von 86,2 auf 88,1. Auch die Aktivitäten bei den Direktinvestitionen gewinnen etwas an Schwung: Die Bereitschaft, bestehende Beteiligungen 2014 weiter auszubauen, nimmt leicht zu. Eine offensivere Haltung in Bezug auf Markterschließungsstrategien führt zu insgesamt 42 geplanten Neuinvestitionsprojekten.

MOE insgesamt: Geschäftslage, Geschäftserwartungen, Geschäftsklima (Index: Mittelwert 2007=100)

MOE insgesamt: Geschäftslage, Geschäftserwartungen, Geschäftsklima (Index: Mittelwert 2007=100)
MOE insgesamt: Geschäftslage, Geschäftserwartungen, Geschäftsklima (Index: Mittelwert 2007=100)

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Über den OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE)

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400 Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die zu rund 1.900 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

Der OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen unter anderem über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen Ländern Mittelosteuropas und in der Gesamtregion ermöglichen.

Über die OeKB

Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist Österreichs zentraler Finanz- und Informationsdienstleister für Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken den Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen stehen Unternehmen und Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik. Das 1946 gegründete Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken.

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