Das österreichische „Hydro Consortium Dagachhu“ bestehend aus den Firmen ALSTOM Hydro Austria GmbH (Federführung) und ANDRITZ HYDRO GmbH wurde mit der Lieferung der elektromechanischen Ausrüstung für das Kraftwerk Dagachhu in Bhutan im Wert von 55 Millionen Euro beauftragt.
Alstom ist für die elektrischen (Generator, Anlagenperipherie), Andritz Hydro für die mechanischen Komponenten (Turbinen, Stahl-Wasserbau) verantwortlich.
Wasserkraftwerk Dagachhu
In Bhutan besteht erhebliches Potential, die Wasserkraft auszubauen. Vom Gesamtpotential in Höhe von ca. 30 000 MW sind derzeit weniger als 10% entwickelt.
Das Projekt Dagachhu ist Teil des „Green Power Development Projects“. Das Hochdruckkraftwerk (304m Fallhöhe, installierte Leistung 124 MW, Jahreserzeugung 515 GWh) wird nunmehr am Fluss Dagachhu realisiert und soll in rund vierjähriger Bauzeit errichtet werden.
Stromexport
Durch den Export des erzeugten Stroms nach Indien und die dadurch eingesparten fossilen Brennstoffe könnten unter dem CDM (Clean Development Mechanism) des Kyoto-Protokolls CO₂- Emissionszertifikate generiert werden, die eine zusätzliche Einkommensquelle darstellen. Die Produktion bzw. insbesondere der Export von Energie aus Wasserkraft nach Indien ist heute der Motor der bhutanischen Wirtschaft und trägt zu knapp einem Viertel des BIP oder etwa 40% der gesamten nationalen Einnahmen bei.
Österreichische Projekte in Bhutan
Bhutan ist ein Schwerpunktland der österreichischen Entwicklungshilfe. Die OEZA unterstützt Bhutan bereits seit vielen Jahren dabei, das Wasserkraftpotential zu nutzen.
Rangjung und Basochhu Upper Stage
Begonnen wurde mit einer reinen Grantfinanzierung für das Wasserkraftwerk Rangjung in Ostbhutan, das 1996 den Betrieb aufgenommen hat. Im Jahr 1997 hat das Königreich Bhutan einem österreichischen Lieferkonsortium den Auftrag für die Lieferung der mechanischen Ausrüstung für das Kraftwerk Basochhu Upper Stage mit einer Kapazität von ca. 22 MW erteilt. Das Kraftwerk ist im Herbst 2001 in Betrieb gegangen.
Basochhu II
Auf Grund steigenden Strombedarfs wurde danach die zweite Ausbaustufe des Kraftwerkes ausgeschrieben. Damit sollten vor allem die lokale Stromversorgung verbessert und die Stromexportkapazitäten ausgebaut werden. Dieser zweite Teil des Wasserkraftwerkes Basochhu hat eine Kapazität von 42 MW und wurde von einem Konsortium aus den Firmen VA Tech Hydro (jetzt Andritz Hydro), Alpine Mayreder, Alstom und Verbundplan (jetzt Pöyry) auf Basis eines österreichischen Soft Loans durchgeführt, die Inbetriebnahme erfolgte 2005.
Österreichisches Know-how gefragt
Nach den guten Erfahrungen mit diesen Projekten möchte Bhutan nun auch das Wasserkraftwerk Dagachhu mit österreichischem Know-how bauen. Dieses Projekt wäre ein bedeutender Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung von Bhutan und stellt einen weiteren Meilenstein zur Verbesserung der Energieversorgung im Königreich Bhutan durch die Nutzung des vorhandenen Wasserkraftpotentials dar.
Umwelt
Gemäß Angaben des Exporteurs werden bei diesem Projekt bhutanische Umweltstandards eingehalten. Aus Umweltinformationen der Asian Development Bank (ADB) ist die Einhaltung der ADB-Umweltstandards ersichtlich. Ein Environmental Management Plan liegt vor.