02.02.2016

Der OECD Rechnung tragend wurde die Länderkategorie bei Algerien, Kasachstan und Oman verschlechtert.

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Algerien 4 3
Kasachstan 6 5
Oman 3 2

Algerien

Ölpreisschock destabilisiert Staatsfinanzen

Algeriens hohe Abhängigkeit von den Rohölexporten bringt die Außenwirtschaft und die Staatsfinanzen angesichts des erheblichen Ölpreisverfalls unter massiven Druck. 2015 hat sich dadurch das Budgetdefizit nahezu verdoppelt, und es wurde auch erstmals seit Jahren ein Handelsbilanzdefizit ausgewiesen. In Folge ist ein signifikanter Rückgang des Devisenpolsters feststellbar. Es stellt sich zunehmend die Frage der Finanzierung von staatlichen Großprojekten und sozialer Zuwendungen an die Bevölkerung, die unter der hohen Jugendarbeitslosigkeit leidet. Restriktive Importbeschränkungen als Antwort auf den Ölpreisschock belasten das Geschäftsklima und erschweren den Handel mit Algerien. Kurzfristig verfügt das Land zwar immer noch über eine ausreichende Liquidität, mittel- und langfristig müssen jedoch Diversifizierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden, um künftig gegen die volatile Preisentwicklung im Energiesektor gerüstet zu sein. 

Nachfolgefrage bisher ungelöst

Präsident Abdelaziz Bouteflika wurde im April 2014 trotz schwerer Gesundheitsprobleme zum vierten Mal im Amt bestätigt. Die Nachfolgefrage ist ungeklärt, ein politisches Machtvakuum kann nicht ausgeschlossen werden. Auch muss bei anhaltend angespanntem Staatshaushalt mit Kürzungen von Subventionen gerechnet werden, wodurch soziale Unruhen vorprogrammiert sind.

Der OECD Rechnung tragend wird das Land von der Kategorie 3 in 4 verschlechtert. 

Kasachstan

Eingetrübte Wirtschaftslage

Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt, vor allem an Erdöl und Uran. Dennoch hat sich die Wirtschaftslage seit dem Vorjahr signifikant eingetrübt. Gründe hierfür sind eine rückläufige Industrieproduktion, der andauernde reparaturbedingte Ausfall des wichtigen Offshore-Ölfelds Kashagan, der deutlich niedrigere Ölpreis sowie die krisenbedingt schwache Nachfrage aus der Ukraine und Russland sowie China.

Als Reaktion auf den anhaltenden Ölpreisverfall wurde der Wechselkurs der Landeswährung im August 2015 völlig freigegeben, der Tenge verlor daraufhin bis dato gegenüber dem USD rund 65 % an Wert.

Wegen der voraussichtlich noch längere Zeit niedrigen Ölpreise, wegbrechender Steuereinnahmen, Kürzungen der Staatsausgaben und sinkender Realeinkommen ist auch der mittelfristige Ausblick nicht vielversprechend. Hoffnung setzt die Regierung vor allem auf weitere Investitionen Chinas in die kasachische Öl- und Gasindustrie.

Relativ ruhige politische Situation

Präsident Nasarbajew ist seit 1991 an der Macht und hat seine politischen Vollmachten in den letzten Jahren weiter ausgebaut. Er trifft zudem auch die wichtigsten wirtschaftlichen Entscheidungen. Bei den überraschend vorgezogenen Präsidentenwahlen im April 2015 wurde der Langzeitpräsident in seinem Amt bestätigt. Größere politische Umwälzungen sind derzeit nicht zu erwarten, eine nennenswerte Opposition ist nicht vorhanden. Präsident Nasarbajew will ca. 4 Mrd. Euro aus dem staatlichen – noch hoch dotierten – Ölfonds verwenden um die rückläufige Konjunktur wieder zu beleben.

Der OECD Rechnung tragend wird das Land von der Kategorie 5 in 6 verschlechtert. Dies bedeutet auch die Reduktion der Deckungsquote für politische Risiken auf 98 %. 

Oman 

Hohe Abhängigkeit von begrenzten Öl- und Gasvorräten

Im Oman haben sich durch den drastischen Ölpreisverfall die Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung des Landes verändert. Die sinkende Ölförderung und hohe Arbeitslosigkeit führten schon in den letzten Jahren zu verstärkten Diversifizierungsbestrebungen, da der Öl- und Gasreichtum im Vergleich zu anderen Ländern der Region moderat und begrenzt ist. Der Nicht-Öl-Sektor wächst in den Jahren 2015 und 2016 allerdings schwächer als in den Vorjahren, zumal die Investitionen schwieriger zu finanzieren sind.

Die in früheren Jahren erzielten Zahlungsbilanz- und Budgetüberschüsse sind rückläufig, einerseits durch geringere Einnahmen aus dem Ölsektor und weniger Exporte, andererseits durch hohe Ausgaben in die Infrastruktur. Dennoch dürften sich viele Großprojekte verzögern bzw. neu dimensioniert werden. Auch für den staatlichen Reservefond, der mit den Überschüssen aus den Öl- und Gaseinnahmen gespeist wird, werden mittelfristig geringere Einnahmen erwartet.

Ungeklärte Nachfolgefrage

Unter den arabischen Golf-Monarchien gilt der Oman als eines der stabilsten Länder, wenngleich in einer fragilen Region. Das Sultanat wird seit 1970 von Qabus ibn Said regiert ohne tatsächliche Verfassung und einflussreiche parlamentarische Einrichtungen. Die Nachfolgefrage ist nach wie vor ungeklärt, der Sultan möchte diese Frage nach seinem Tod der Familie überlassen. Dennoch ist seit einiger Zeit nach Protestwellen ein moderater Reformprozess im Gange.

Neben einer Erweiterung der Befugnisse der Legislative sollen diverse Regierungsprogramme – z.B. gegen die hohe Arbeitslosigkeit – die soziale Situation der Bevölkerung verbessern, vor allem auch um künftigen Protesten entgegenzuwirken.

Der OECD Rechnung tragend wird das Land von der Kategorie 2 in 3 verschlechtert. 

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