Im OECD-Ländermeeting, das am 28. und 29. Jänner in Brüssel stattfand, wurden die Länderkategorien für Armenien, Moldau und Oman verbessert.
Die neuen Kategorien
| Land | Kategorie neu | Kategorie alt |
| Armenien | 5 | 6 |
| Moldau | 6 | 7 |
| Oman | 3 | 4 |
Armenien
Wirtschaftlich hat Armenien vor allem mit einem hohen strukturellen Handelsbilanzdefizit (Importe von Erdöl, Erdgas, Edelsteine, Metalle und Maschinen) sowie sinkenden Devisenreserven zu kämpfen. Die Corona-Pandemie führte 2020 zu einem deutlichen Wirtschaftseinbruch von -7,2 %. In den Folgejahren war das Wirtschaftswachstum jedoch beachtlich stark und betrug zwischen +5,0 % (2025, geschätzt) und +12,6 % (2022).
Positiv haben sich die Beziehungen mit Europa entwickelt. Das traditionell eng mit Russland verbündete Armenien soll nach dem Willen seines Parlaments den Beitritt zur Europäischen Union anstreben. Entspannung gibt es auch in der Beziehung mit Aserbaidschan. Ein unter US-Aufsicht ausgehandelter Friedensvertrag zwischen den beiden ehemals verfeindeten Nachbarstaaten wurde jedoch von beiden Ländern bis dato noch nicht unterschrieben bzw. ratifiziert.
Aufgrund optimistischer Wirtschaftsprognosen, der Annäherung an die EU sowie der Beilegung des Konflikts mit Aserbaidschan wurde Georgien von Kategorie 6 in Kategorie 5 hochgestuft.
Moldau
Bei den Parlamentswahlen im September 2025 konnte das proeuropäische Lager - trotz massiver prorussischer Einflussnahme - eine knappe Mehrheit im Parlament gewinnen. Unter der Führung des neuen, parteilosen Premiers Munteanu, der als Technokrat gilt, sollen die EU-Integration und der Infrastrukturausbau sowie einige große Reformvorhaben, darunter Privatisierungen, die Digitalisierung und die Arbeitsmarktreform, vorangetrieben werden.
Für den ehrgeizigen wirtschaftspolitischen Wachstumsplan und zur Unterstützung des Transformationsprozesses stellt die EU bis 2027 rund 1,9 Milliarden Euro bereit. Moldau ist stark von ausländischen Direktinvestitionen und den signifikanten Zuwendungen der zahlreich im Ausland arbeitenden Moldauer abhängig. Trotz zahlreicher positiver Entwicklungen gibt es weiterhin große Herausforderungen und Wachstumsrisiken. Dazu zählen der Krieg im Nachbarland Ukraine, Wettervolatilitäten, die starke Abhängigkeit von Energieimporten und der bis dato ungelöste Transnistrien-Konflikt.
Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Aussichten. Moldau wurde daher von Kategorie 7 in 6 verbessert.
Oman
Wie bereits in den vergangenen Jahren ist der Ölsektor auch weiterhin der wichtigste Wachstumsmotor im Oman mit starken Multiplikatoreffekten auf die gesamte Wirtschaft. Um die wirtschaftliche Diversifizierung voranzutreiben, investiert das Sultanat angesichts der langfristig begrenzten Erdölreserven und der aktuell starken Ölpreisschwankungen Milliarden in den Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft. Diese zielt nicht nur auf die Exporte, sondern auch auf die industrielle Wertschöpfung im Land ab. 2026 dürfte das BIP-Wachstum an Dynamik gewinnen, getragen von einer wieder steigenden Ölproduktion, höheren Direktinvestitionen und einem zunehmend bedeutenderen Nichtölsektor. Diese positiven Entwicklungen sollten sich insgesamt stabilisierend auf das Verschuldungsniveau auswirken.
Die Verbesserung der Staatsfinanzen spiegelte sich zuletzt auch in einem Investment-Grade-Rating der internationalen Ratingagenturen wider. Das Sultanat betreibt seit jeher eine ausgewogene Außenpolitik und übernimmt häufig die Mediator-Rolle in der Region, was auch künftig zu wirtschaftlichen Vorteilen führen könnte.
Der Oman wurde beim OECD-Meeting von Kategorie 4 in 3 verbessert.
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