19.10.2026

Im OECD-Ländermeeting, das am 14. und 15. Oktober 2026 in Brüssel stattfand, wurden die Länderkategorien für Guinea und Guyana verbessert, jene für Kamerun verschlechtert.

Die neuen Kategorien

Land Kategorie neu Kategorie alt
Guinea 6 7
Guyana 4 5
Kamerun 7 6


Guinea

Das seit jeher in der höchsten Risikokategorie eingestufte Guinea steht dank der Ende 2025 gestarteten Produktion in der Simandou-Mine am Beginn eines potenziell massiven Wachstums- und Entwicklungsschubs. Neben dem Abbau des weltweit größten Vorkommens an hochwertigem Eisenerz bringt das Projekt den Ausbau der nationalen Eisenbahn- und Hafeninfrastruktur mit sich. Politisch ist der westafrikanische Küstenstaat, in dem sich 2021 das Militär an die Macht putschte, mit den jüngsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückgekehrt. Trotz des weiterhin herausfordernden Umfelds wird der aktuelle Transformationsprozess mit einem Upgrade von Kategorie 7 in 6 honoriert.

 

Guyana

Seit dem Upgrade von Guyana im Jahr 2022 haben sich die makroökonomischen Indikatoren für das südamerikanische Land weiter kontinuierlich verbessert. Begünstigt wird die anhaltende Expansionsphase durch ein solides Management der boomenden Erdölproduktion: Die generierten Erlöse fließen in einen bereits gut dotierten Reservefonds, und das Überschuldungsrisiko wird – trotz steigender externer Finanzierungen – weiterhin als niedrig eingestuft. Mit Blick auf den Regimewechsel im benachbarten Venezuela zu Jahresbeginn 2026 ist zudem das Eskalationsrisiko im schwelenden Gebietsstreit um die ressourcenreiche Region Essequibo gesunken. Guyana wird daher von Kategorie 5 in 4 verbessert.

 

Kamerun

Im Falle von Kamerun sorgen primär politische Faktoren für Verunsicherung. Insbesondere die ungelöste Nachfolge von Langzeitpräsident Paul Biya wird zunehmend als Stabilitätsrisiko erachtet. Erschwerend kommen die fortwährenden Unruhen in den englischsprachigen Landesteilen und die Bedrohung durch Boko Haram im Norden hinzu. Aus wirtschaftlicher Sicht kommt es durch die noch nicht erfolgte Einigung auf ein neues IWF-Programm zuletzt zu Liquiditätsengpässen, die sich in steigenden Inlandsverzügen widerspiegeln. Unzureichende staatliche Investitionen und verschleppte Strukturreformen trüben den Ausblick zusätzlich. Vor diesem Hintergrund wird Kamerun von Kategorie 6 in 7 herabgestuft.


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