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02.08.2017

- EXPO in Kasachstan als Chance für Einstieg in zentralasiatischen Markt
- Unterstützung durch umfassendes Leistungsangebot der WKÖ und OeKB
- Ziel, die Zahl heimischer Exporteure zu erhöhen

OeKB-Vorstand Helmut Bernkopf mit WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz
OeKB-Vorstand Helmut Bernkopf mit WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz

Vor dem Hintergrund der sich ändernden globalen ökonomischen Struktur ist Österreich gefordert, die Wachstumsmärkte der Zukunft verstärkt in den Fokus zu nehmen und die Ausfuhren in Regionen außerhalb Europas zu forcieren. In diesem Zusammenhang ist auch das  österreichische Engagement bei der diesjährigen EXPO im kasachischen Astana zu sehen, das zur Intensivierung der bestehenden Wirtschaftsbeziehungen mit dem wichtigsten Handelspartner der Region dient. Durch die starke österreichische Präsenz vor Ort soll auch die Zahl der heimischen Exporte erhöht werden. Ganz wesentlich sind hierbei die Serviceleistungen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Oesterreichischen Kontrollbank AG (OeKB), die den Unternehmen dabei helfen, eine Brücke in neue Märkte zu schlagen. Das erklärten WKÖ-Vizepräsident und Regierungskommissär der EXPO 2017, Richard Schenz, sowie der Vorstand der OeKB, Helmut Bernkopf, bei einem gemeinsamen Pressegespräch in Wien.

„Kasachstan ist unangefochten Österreichs drittgrößter Exportmarkt in der GUS hinter Russland und der Ukraine. Insgesamt haben bereits knapp 50 österreichische Unternehmen Niederlassungen im Land, welche sie zum Teil auch zur Bearbeitung der gesamten zentralasiatischen Region nutzen. Es war folglich eine bewusste und zukunftsweisende Entscheidung, bei der EXPO in Kasachstan dabei zu sein, um nicht nur die Kompetenz der österreichischen Exporteure zum Leitthema ‚Future Energy’ zu präsentieren, sondern auch um unsere Firmen mit Unternehmen und Entscheidungsträgern dieser aufstrebenden Region zu vernetzen“, erklärt WKÖ-Vizepräsident Richard Schenz. 

„Wir sehen in Zentralasien einen Markt mit viel Wachstumspotenzial. Derzeit sind wir mit heimischen Exporteuren in Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan aktiv. Eine intensivere wirtschaftliche Kooperation des privaten und öffentlichen Sektors dieser Staaten und österreichischer Unternehmen ist absolut erstrebenswert. Österreichisches Know-how, beispielsweise im Energie- und Infrastrukturbereich, kann in dieser Region wichtige wirtschaftliche Impulse setzen. Damit lässt sich eine Win-win-Situation für beide Seiten herstellen“, erläutert OeKB-Vorstand Helmut Bernkopf, der den gesamten Export Services Bereich der Spezialbank verantwortet.

„In Kasachstan besteht vor allem im wichtigen Bereich der Future Energy Technologies ein enormer Entwicklungs- und Investitionsbedarf. Aber auch die Modernisierung der traditionellen Stärken des Landes – Petrochemie, Bergbau, Maschinenbau – bietet interessante Geschäftsmöglichkeiten. Schließlich gibt es im Zuge der Neuen Seidenstraße Chinas berechtigte Erwartungen auf steigende Transitvolumina per Bahn und Straße sowie auf Logistikgeschäfte“, so Schenz. „Das Expertenteam des AussenwirtschaftsCenters in Almaty unterstützt jedenfalls heimische Unternehmen im Hinblick auf Marktanalysen, der Organisation von B2B-Veranstaltungen und Wirtschaftsmissionen sowie der Herstellung hilfreicher Kontakte vor Ort“, betont Schenz.

Für Kasachstan verfügt die OeKB in Kooperation mit dem Bundesministerium für Finanzen über eine Kreditlinie von 250 Millionen Euro. Ein Potenzial, das bisher noch unausgeschöpft bleibt. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden nachhaltigen Erfolg in den ausgewählten Märkten zu ermöglichen. Mit unserer Unterstützung beim Risikomanagement – durch die Exportgarantien mit Bundeshaftung sowie attraktiven Finanzierungen, gelingt uns das und wir können österreichische Unternehmen im globalen Wettbewerb stärken. Unsere Kompetenz- und Qualitätsführerschaft in diesem Bereich wurde erst heuer mit dem ersten Platz in der Kategorie „Best Export Credit Agency“ bei den europaweiten und unabhängigen Exporter`s Choice Awards ausgezeichnet“, ergänzt Bernkopf.

EXPO als Einstiegsmöglichkeit in den zentralasiatischen Markt

Im Rahmen der EXPO in Astana zum Thema „Future Energy“ stellen österreichische Unternehmen ihre Kompetenz und globale Pionierleistung in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz einem internationalen Publikum vor. Gleichsam bietet die Veranstaltung Neueinsteigern eine gute Möglichkeit, Kasachstan und den zentralasiatischen Markt kennenzulernen.

Mit mehr als 200.000 Besuchern seit Beginn der EXPO am 10. Juni 2017 konnte der Österreich-Pavillon mit seinen interaktiven Installationen, die Energie erlebbar machen, bei lokalen und internationalen Besuchern punkten. Darüber hinaus sind im Zuge der von der Internationalisierungsagentur AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der WKÖ und diversen Behörden organisierten Events zur Positionierung österreichischer Unternehmen im zentralasiatischen Raum bereits knapp 150 Vertreter österreichischer Firmen nach Astana gekommen. Bis zum Ende der EXPO am 10. September 2017 sind noch mehrere dieser hochkarätige Events angesetzt.

Unterstützung für Exporteure durch die WKÖ

Das AussenwirtschaftsCenter in Almaty betreut mit seinem fünfköpfigen Expertenteam neben Kasachstan auch die zentralasiatischen Staaten Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Unter der Leitung des Wirtschaftsdelegierten und seines Stellvertreters hat man sich im Jahr 2016 insgesamt 438 österreichischen Unternehmen angenommen, für 2017 rechnet man mit einem Anstieg auf etwa 550 Unternehmen. Vor allem qualifizierte Einschätzungen zu Marktchancen für Neueinsteiger sowie die Organisation individueller Besuchsreisen für Unternehmen, um gezielt potenzielle Kunden und Partner zu treffen, zählen zu den Leistungen, die von den Firmen gerne in Anspruch genommen werden. Schließlich hilft das AussenwirtschaftsCenter auch bei Interventionsfällen (z.B. Zahlungsverzögerungen) sowie bei der Herstellung hilfreicher Kontakte durch das bestehende lokale Netzwerk.

Export-Partner OeKB

Mit ihrem Geschäftsfeld Export Services unterstützt die OeKB österreichische Exporteure bei ihren Geschäften und Investitionen im Ausland. So stellt die OeKB als Bevollmächtigte der Republik Österreich Haftungen zum Schutz österreichischer Exporte und Direktinvestitionen im Ausland aus. Die sogenannten Exportgarantien werden bei einem Zahlungsausfall des ausländischen Abnehmers schlagend. Firmen wird so die Möglichkeit geboten, ihre Tätigkeiten und Chancen am Markt auszubauen, sich gleichzeitig aber gegen wirtschaftliche und politische Risiken abzusichern. Die OeKB deckt auf diese Weise einen Teil des natürlichen Risikos ab, das mit Auslandsgeschäften einhergeht. Den Unternehmen wird im Gegenzug ein Teil des Unternehmensrisikos genommen und finanzieller Spielraum gewährt. Weiters finanziert sie Exporte und Beteiligungen im Ausland – nicht direkt, sondern in Form einer Refinanzierung über in- und ausländische Kreditinstitute. Dabei handelt es sich um  Lieferanten- oder Käuferkredite sowie Forderungsankäufe, wo die OeKB ihren Beitrag leisten kann. Die Services bedienen Klein-, Mittel- und Großunternehmen gleichermaßen.

Über die EXPO 2017 in Astana: „Future Energy“

Österreich präsentiert bei der Weltausstellung in Kasachstan unter dem Motto „Mit Hirn, Herz und Muskelkraft“ ein kreatives Kaleidoskop partizipativer Lösungen zu globalen Energie- und Umweltfragen. Rund 20 Installationen stellen Einfallsreichtum, Kreativität und Konsequenz aus Österreich vor und machen das komplexe Thema Energie spielerisch und nonverbal erlebbar. Die österreichische Beteiligung wird mit einem Gesamtbudget von 4,8 Millionen Euro realisiert, das vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie von der Wirtschaftskammer Österreich getragen wird. Insgesamt werden 115 Länder und 22 internationale Organisationen an der Weltausstellung in der Hauptstadt Kasachstans von 10. Juni bis 10. September 2017 teilnehmen. Die Veranstalter rechnen mit rund zwei Millionen Besuchern. Für den Österreich-Pavillon wird mit rund 1.000 Besuchern am Tag gerechnet.

Mag. Martina Schweighart-Córdova Velásquez
T +43 1 53127-2441