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28.04.2026
  • Höhere Energiepreise belasten Unternehmen wieder stärker, Entspannung bei Lieferketten
  • BMF und OeKB können mit attraktiven Finanzierungen & Working Capital gezielt unterstützen

Nach Kundenbefragungen im Frühjahr 2022 und zu Jahresbeginn 2024 hat die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) im März abermals erhoben, wie sich die Situation der heimischen Exportwirtschaft in zentralen Themenfeldern darstellt. Wie die Ergebnisse der wieder von INTEGRAL Markt- und Meinungsforschung durchgeführten Onlinebefragung zeigen, nimmt die Betroffenheit der Unternehmen von steigenden Energiepreisen im Vergleich zu 2024 wieder zu. Sie liegt jedoch deutlich unter dem Niveau vom Frühjahr 2022, als der Ukraine-Krieg zu massiven Verwerfungen geführt hatte. Hinsichtlich Lieferkettenproblemen hat sich die Situation vergleichsweise weiter entspannt. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) und die OeKB haben mehrere Unterstützungsmöglichkeiten auf den Weg gebracht, um Exportunternehmen im Bereich der Energieversorgung und Lieferketten gezielt zu unterstützen.

Mit der Eskalation des Iran-Kriegs und den Störungen auf der so wichtigen Straße von Hormus werden steigende Energiepreise wieder zunehmend zu einer Belastung für die heimische Wirtschaft. Zwei Drittel der befragten Exportunternehmen geben an, „sehr stark“ bzw. „eher stark“ davon betroffen zu sein – zu Jahresbeginn 2024 war es lediglich jedes zweite Unternehmen. Hinsichtlich der Maßnahmen, um die Abhängigkeit vom Energiepreis zu reduzieren, planen 90 % der befragten OeKB-Kunden in den nächsten drei Jahren Energiesparmaßnahmen umzusetzen (32 % „sehr“ und 58 % „eher“ wahrscheinlich) und 71 % in Erneuerbare Energien zu investieren (29 % „sehr“ und 42 % „eher“ wahrscheinlich). Während damit Pläne für den Ausbau von Erneuerbaren Energien im Vergleich zu 2024 rückläufig sind, rückt der Auf- bzw. Ausbau von Speicheranlangen stärker in den Fokus: jedes zweite Unternehmen plant entsprechende Maßnahmen, vor zwei Jahren war es nur jedes fünfte Unternehmen.

Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich der Energieversorgung 

Helmut Bernkopf, im Vorstand der OeKB für den Bereich Export Services zuständig: „Die steigenden Energiepreise werden wieder zunehmend zu einer Belastung für die Unternehmen. Und auch wenn es im Nahost-Konflikt hoffentlich möglichst schnell zu einer Lösung kommen sollte, werden die Energiepreise weiterhin erhöht sein. Der Ausbau der Erneuerbaren Energie sowie der Verteiler- und Übertragungsnetze und Speicherkapazitäten ist deshalb von elementarer Bedeutung für den Erhalt und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Und diese Investitionen können wir gemeinsam mit dem BMF zielgerichtet unterstützen.“

Mit der Exportinvest Green Energy steht Exportunternehmen und ihren Zulieferern seit Februar 2023 eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit für Investitionen in Erneuerbare Energien am heimischen Standort zur Verfügung. Unternehmen können von einer erweiterten Finanzierungshöhe, einer höheren Risikoübernahme und einer maximalen Laufzeit von 20 Jahren ab geplanter Inbetriebnahme profitieren.

Seit Februar dieses Jahres haben mit der Exportinvest EVU auch österreichische Energieversorgungsunternehmen (EVU) die Möglichkeit, große Teile ihrer Investitionen in die Versorgungssicherheit mit den attraktiven OeKB-Konditionen zu finanzieren. Dazu zählen Investitionen in den Ausbau von Produktions- und Speicherkapazitäten sowie der Netzausbau. Zusätzlich sind Haftungsquoten bis zu 80 % möglich. Damit sollen die Kosten für den Netzausbau reduziert werden, was sich in weiterer Folge auch auf die Stromkosten für Exportunternehmen auswirkt.

Erweiterte Maßnahmen zur Stärkung der Lieferkette

Die Betroffenheit von Lieferkettenproblemen ist im Vergleich zur vorangegangenen Umfrage abermals rückläufig: Während Anfang 2024 noch drei von vier Unternehmen angegeben hatten, „sehr“ oder „etwas“ betroffen zu sein, sind es aktuell weniger als die Hälfte. Lediglich 12 % der Unternehme sehen sich „sehr betroffen“. Die am häufigsten genannten Maßnahmen in den nächsten drei Jahren sind die Suche von zusätzlichen bzw. neuen Lieferanten mit 89 % bzw. 86 % sowie der Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen mit 67 %. Den größten Anstieg gegenüber 2024 verzeichnet die Absicht, Lagerkapazitäten auszubauen (42 % vs. 24 %).

Zur Sicherung der Produktion und Vorprodukte steht österreichischen Exportunternehmen mit der Vorratsinvest seit April 2024 eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit zur Verfügung, die mittel- bis langfristige Finanzierungen von Lägern sowie Zahlungen an Lieferanten ermöglicht und hohe Nachfrage verzeichnet.

Im November 2025 wurden im Rahmen eines Maßnahmenpakets weitere Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen. Unternehmen mit starkem Exportwachstum können mit der Vorratsinvest Plus nun zusätzliche 20 % ihrer durchschnittlichen Vorräte der letzten drei Jahre finanzieren, um damit den Vorratsaufbau zu antizipieren. Und im Bereich Supply Chain Financing bietet die OeKB in Zusammenarbeit mit Geschäftsbanken internationalen Lieferanten Kreditlinien zum Aufbau kontinuierlicher, langfristiger Geschäftsbeziehungen mit österreichischen Abnehmern an. Diese dienen insbesondere der Absicherung des Bezugs kritischer Rohstoffe und Komponenten.

Über die Umfrage

Dies sind Ergebnisse aus einer Kundenbefragung, die INTEGRAL Markt- und Meinungsforschungsges.m.b.H. im Auftrag der OeKB durchgeführt hat. Zwischen dem 2. und 31. März 2026 wurden im Rahmen einer Onlinebefragung 76 Exportunternehmen zu den Themenfeldern Energieversorgung und Energiesicherheit, Lieferketten, Umwelt und Nachhaltigkeit, Regulatorik sowie Hoffnungs- und Risikomärkte befragt. Alle Angaben wurden ausschließlich aggregiert ausgewertet.

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Über die OeKB Gruppe

Die Unternehmen der OeKB Gruppe mit ihren mehr als 500 Mitarbeitenden erbringen wesentliche und relevante Services für die österreichische Exportwirtschaft, den Kapitalmarkt und die Tourismuswirtschaft, bieten Dienstleistungen für den Energiemarkt und sind Teil der österreichischen Entwicklungsfinanzierung. All ihre Aktivitäten haben einen deutlichen volkswirtschaftlichen Nutzen, stärken den Standort Österreich und unterstützen Österreichs Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Die OeKB handelt wettbewerbsneutral, sektorenübergreifend und nachhaltig verantwortungsbewusst.